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Milchstau und Brustentzündungen können zu jeglichem Zeitpunkt im Laufe der Stillzeit auftreten und stellen häufig eine große Belastung dar. Mit den sofortigen und richtigen Maßnahmen sind die Probleme jedoch meistens schnell in den Griff zu bekommen. Ein Weiterstillen ist immer möglich und ein sehr wichtiger Teil der Behandlung.

Der Milchstau

Der Milchstau geht häufig einer Brustentzündung voraus und ist gekennzeichnet durch einen behinderten Milchfluss mit Rückstau. Häufig betroffen sind der obere und untere äußere Quadrant der Brust.

Meist ist er einseitig. Sie können an einzelnen Arealen der Brust, selten aber auch an der ganzen Brust eine diffuse Schwellung oder sogar Verhärtung tasten. Die Brust ist leicht schmerzhaft und die betroffene Stelle meist leicht erwärmt. Es ist eine diffuse Rötung zu sehen.

Ihre Körpertemperatur ist leicht erhöht, sollte aber nicht höher als 38,4 °C sein.

Was kann die Ursache eines Milchstaus sein?

  • Sehr oft kommt es durch unzureichendes Stillen zum Stau (zu selten gestillt, nicht gut angelegt, Baby saugt nicht korrekt, Kind ist krank)
  • Das Baby bekommt einen Schnuller
  • Wenn gepumpt wird: falsche Größe der Pumphaube, falsches Halten des Abpumpsets
  • Ein gestörter Milchspenderreflex ausgelöst durch Stress, Schmerz, Verspannung
  • Ein abgeklemmter Milchgang durch einen einschneidenden BH oder Tragegurt
  • Ein verstopfter Milchgang
  • Vorausgegangene Brustoperation

Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Hilfe bei Brustenzündung und Milchstau: Baby wird im Vierfüßlerstand gestillt
Foto von Mothering Touch (CC-BY 2.0)
  • Die Ursache muss unbedingt herausgefunden werden, damit das Problem behoben werden kann und sich nicht wiederholt.
  • Häufig und regelmäßig nach Bedarf stillen oder Pumpen
  • Vor dem Anlegen für einige Minuten feuchte Wärme aufbringen.
  • Das Baby so anlegen, dass sein Kinn in Richtung der gestauten Stelle zeigt. Wenn die betroffenen Stelle im oberen Bereich liegt, kann das Anlegen im sogenannten “Vierfüsslerstand” helfen.
  • Wenn die Brust nach dem Stillen nicht weich wird, dann sollten Sie nach dem Stillen noch Milch von Hand gewinnen. Ich zeige Ihnen gerne, wie das geht.
  • Nach dem Stillen helfen Umschläge mit Weißkohlblättern sehr gut.
  • Ruhe einhalten und Hilfe für den Haushalt organisieren.

Mit diesen Maßnahmen sollten sich die Symptome innerhalb von 24 Stunden deutlich verbessern. Sollte das nicht der Fall sein oder sogar eine Verschlechterung eintreten, dann nehmen Sie bitte Kontakt zu einer Fachperson ( Still- und Laktationsberaterin, Hebamme) oder Ihrem Arzt auf.

Was tun, wenn ein Milchgang verstopft ist?

In einigen Fällen sieht man einen kleinen, hellen Punkt auf der Brustwarze. Wenn Sie dahinter einen gestauten Strang tasten, kann das ein Hinweis auf einen verstopften Milchkanal sein. Hier ist es hilfreich, vor dem Stillen eine feuchte, warme Kompresse aufzulegen. Beim anschließenden Stillen öffnet sich das Häutchen häufig ohne weiteres Zutun. Ein Eröffnen des Häutchens sollte nur unter sterilen Bedingungen von einer Fachperson durchgeführt werden.

Die Brustentzündung (Mastitis)

Den meisten Brustentzündungen geht ein Stau voraus oder es sind infolge einer wunden Brustwarze Keime eingewandert.

Die Symptome sind ähnlich, wie beim Milchstau beschrieben. Dazu kommt, dass Sie erhöhte Temperatur (über 38,4 °C) haben und sich fühlen, als ob sie Grippe bekämen. Es können auch Schüttelfrost, Übelkeit, Kopfschmerzen auftreten

Welche Maßnahmen sind in diesem Fall nötig?

Alle Maßnahmen, die zur Therapie des Milchstaus aufgezählt sind gelten auch für die Brustentzündung. Zusätzlich ist meistens die Einnahme eines Antibiotikums angezeigt. Ihr Arzt kann Ihnen ein mit dem Stillen vereinbares Antibiotikum verordnen.

Wenn Sie starke Schmerzen haben, können Sie natürlich Schmerzmittel einnehmen, Mittel der ersten Wahl ist Ibuprofen. Der schmerzstillende Effekt kann auch dabei helfen, Ihren Milchspenderreflex wieder leichter auslösen zu können, der durch Schmerz und Stress blockiert ist.

Gerade bei der Brustentzündung ist Bettruhe und Hilfe im Haushalt ganz besonders wichtig.

Der Sonderfall: Soormastitis

Eine besondere Form der Brustentzündung ist die sogenannte Soormastitis, eine Pilzinfektion der Brust. Bezeichnend dafür sind neben all den anderen Symptomen einer Brustentzündung stechende, brennende Schmerzen in der Brust. Eine Still- und Laktationsberaterin kann Ihnen helfen, herauszufinden, ob es sich in Ihrem Fall darum handelt. Die Soormastitis kann medikamentös behandelt werden und auch in diesem speziellen Fall ist Weiterstillen angesagt.

Sie denken an das Abstillen?

Es ist verständlich, wenn Sie in dieser Situation an Abstillen denken. Schmerz, Fieber und Stress – alles wird gerade zu viel!

Abzustillen wäre aber das Ungünstigste in dieser Situation, weil die Entleerung der Brust den wichtigsten Teil der Therapie darstellt. Wenn die Brust in dieser Situation nicht oder unzureichend geleert wird, besteht die Gefahr, dass sich ein Abszess entwickelt.

Sie sollten nie in einer Krisensituation abstillen. Manch eine Mutter tut das und bereut es hinterher bitterlich. Abstillen können Sie, wenn Sie nach der Behandlung immer noch dazu stehen, jederzeit.

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