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Ist eine Corona Impfung in der Stillzeit möglich und sinnvoll? Diese Frage stellen sich aktuell viele Frauen, weshalb nachfolgend der aktuelle Kenntnisstand aufgegriffen und bei neuer Sachlage um die aktuellen Empfehlungen ergÀnzt wird.
Dieser Beitrag kann Ihnen die Entscheidung nicht abnehmen. Er wird Ihnen aber die Möglichkeit geben, dass Sie die im Einzelfall fĂŒr Sie und Ihr Kind richtige Entscheidung treffen können. Alle Informationen habe ich zuletzt am 16.09.2021 aktualisiert.

Der Artikel kann auch mit dem Kurzlink corona.stillblog.de gefunden werden.

Hintergrund

Derzeit gibt es nur wenige klinischen Studiendaten zur Verwendung von COVID-19-mRNA-Impfstoffen in der Stillzeit. Das liegt daran, dass neue Impfstoffe aus ethischen GrĂŒnden anfangs nicht an Schwangeren, Stillenden und Kindern erprobt werden. [1] In den ersten Studien erhielten nur 6 Schwangere den Moderna-Impfstoff und 12 Schwangere den Pfizer/ BioNTech-Impfstoff. Diese, als Preprint vorlĂ€ufig publizierten Daten zeigen keine schĂ€dlichen Auswirkungen auf den Fötus.[2]

Seit Ende Februar 2021 wird in einer gezielten Phase-II/III-Studie die Wirkung der BioNTech/Pfizer mRNA Impfung an 4.000 gesunden Schwangeren klinisch getestet.[3] Ende MĂ€rz gab Moderna bekannt, dass in einer weiteren Studie die Wirkung des mRNA Impfstoffs bei 6.750 Kindern zwischen 6 Monaten und 11 Jahren getestet werden soll. Seit Ende 2020 lief eine Phase-III-Studie bei der der Wirkstoff von Moderna an Kindern ĂŒber 12 Jahren kontrolliert wurde.[4] Das Sicherheits- und VertrĂ€glichkeitsprofil stimme mit der Phase-III-COVE-Studie bei Erwachsenen ĂŒber­ein, teilte Moderna mit.[14]

Corona Impfstoffe

Derzeit sind Impfstoffe mit zwei verschiedenen Wirkungsmechanismen zugelassen. Zum einen neuartige mRNA Impfstoffe (BioNTech, Moderna) und zum anderen bereits bei anderen Erkrankungen eingesetzte Vektorimpfstoffe (AstraZeneca, Janssen/Johnson & Johnson).

MRNA Impfstoff

MRNA-Impfstoffe (messenger-RNA, bzw. BotenribonukleinsĂ€ure) stellen aus technischer Sicht vermutlich kein Risiko fĂŒr den SĂ€ugling dar. Zum einen handelt es sich nicht um einen Lebendimpfstoff und zum anderen setzt die mRNA ihre Information zwar in der Zelle frei – ein Zellkerneintritt (und eine VerĂ€nderung der dortigen DNA) findet aber nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht statt.

Corona Impfung in der Stillzeit (Covid-19)?
Wirkung (vereinfacht) eines mRNA Impfstoffs. Eigene Werk nach https://www.nature.com/articles/d41586-020-01221-y

Der Impfstoff besteht aus einer biochemisch hergestellten mRNA ❶, die Bauanleitung fĂŒr das SARS-CoV-2-Spike Protein. Dieses Protein ist charakteristisch fĂŒr das SARS-CoV-2 Virus. Die mRNA wird in kleinste Fettpartikel, sogenannte Lipidnanopartikel, eingebaut und in den Muskel injiziert. Dort werden sie ❷ von den Muskelzellen aufgenommen. Die Zellen stellen nun ❞ das Spike-Protein des Coronavirus her. Zuletzt wird dieses Protein vom âč Immunsystem erkannt, gespeichert und hilft dabei, dass das Immunsystem der geimpften Person bei einer tatsĂ€chlichen Infektion mit dem Coronavirus schnell Antikörper bilden kann.

Eine erste Kleinststudie, die als Preprint erschienen ist zeigt, dass keine Partikel der mRNA Impfstoffe von BioNTech oder Moderna in der Muttermilch nach einer Impfung nachgewiesen werden konnten.[16] Das liegt entsprechend eines Beitrags im Nature Magazin daran, dass die mRNA Botenstoffe so fragil sind, dass sie die Zellen nach der Impfung nicht mehr verlassen und auch nicht in die Blutbahn ĂŒbergehen.[17] Damit ist es nicht notwendig Muttermilch nach einer Impfung mit mRNA Impfstoffen zu verwerfen oder gar abzustillen.

Lipidnanopartikel in mRNA Impfstoffen

Die mRNA Impfstoffe enthalten wenig pharmazeutische Hilfsstoffe. Ein wichtiger Hilfsstoff sind Lipidnanopartikel (kleinste Fettpartikel) die fĂŒr die StabilitĂ€t und bessere Aufnahme des Vakzins sorgen. Sie bestehen aus körperĂ€hnlichen Stoffen und sind zudem schon seit langem Gegenstand der Forschung und gelten als völlig ungefĂ€hrlich. In den Impfstoffen sind auch pegylierte Lipide enthalten. Diese haben ein geringes Allergiepotential, was Berichte von seltenen allergischen Reaktionen nach einer Impfung erklĂ€rt. Über das (kleine) Risiko klĂ€rt der Arzt vor der Untersuchung auf. Zu den Lipidnanopartikeln finden Sie einen guten Beitrag bei PTA Online.[5]

Vektorimpfstoff

Vektorimpfstoffe besten aus sogenannten Virale Vektoren. Als solche werden gezielt verĂ€nderte Viruspartikel bezeichnet, die in der Gentechnik dafĂŒr verwendet werden, genetisches Material in Zielzellen zu schleusen.

Die Technik wird seit den 1970er Jahren in der Medizin eingesetzt. Seit den 2000er Jahren wurden Vektoren auch auf die Wirksamkeit und VertrÀglichkeit in Impfungen gegen HIV, Ebola, Malaria, Influenza, Tuberkulose und Krebs in Studien untersucht.[6] Eine Zulassung haben bisher nur ein Impfstoff gegen das Denguefieber und gegen Ebola erhalten.

Corona Impfung Vektorimpfstoff (Astrazenca Janssen)
Wirkung (vereinfacht) eines Vektorimpfstoffs. Eigenes Werk nach https://www.pharmazeutische-zeitung.de/vektorviren-als-plattform-118262/

Bei den Corona-Impfstoffen wird ❶ das Spikegen des SARS-CoV2 Virus in ein TrĂ€gervirus (Vektor) eingesetzt. Als TrĂ€ger wird z.B. ein Schimpansen-Adenovirus verwendet, da das Immunsystem von EuropĂ€ern gegen dieses in der Regel keine Antikörper hat. ❷ Das ĂŒbrige Genom des Adenovirus wird manipuliert damit es nicht selbst wirken kann. Nach der Impfung ❞ werden Körperzellen zur Bildung des Coronavirus-Proteins angeregt âčâș. Dabei vermehren sich nicht replizierende Vektoren (bei den wichtigen Covid-19 Impfstoffen verwendet) nicht im Körper des Geimpften. Anschließend löst das Coronavirus-Protein eine Immunantwort aus.

⚠ Wichtig
Da seit dem 21.04.21 auch wieder unter 60-JĂ€hrige – nach einer Ă€rztlichen Beratung – eine Impfung mit Astrazeneca erhalten können, kann die Frage auch fĂŒr Stillende wieder eine Rolle spielen.
Das Auftreten von thrombotischen Ereignissen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung von Vektorimpfstoffen (AstraZeneca, Janssen/Johnson & Johnson) sollte bei einer Impfentscheidung von Stillenden mit möglichen Vorteilen besonderskritisch und sorgfÀltig abgewogen werden.

Wichtige Impfstoffe

Die Zahl der Impfstoffe die derzeit in der Erprobung sind, bzw. in anderen LĂ€ndern zugelassen wurden, ist groß. Nachfolgend möchte ich auf die in Deutschland derzeit relevanten Impfstoffe eingehen, die zunĂ€chst von der EuropĂ€ischen Arzneimittelagentur (EMA) empfohlen und der EuropĂ€ischen Kommission freigegeben werden mĂŒssen. In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) fĂŒr die Freigabe und die Überwachung der QualitĂ€t, Wirksamkeit und Sicherheit verantwortlich.

Hersteller/ ImpfstoffBesonderheiten in der Stillzeit
Comirnaty
(BioNTech/Pfizer)
frĂŒher: BNT162b2

mRNA / ab 12 J.
Es ist nicht bekannt, ob der Impfstoff in die Muttermilch ĂŒbergeht. (11.01.21)
Reservierung 100,7 Mio* Dosen.

UnerwĂŒnschte Ereignisse[25]:
In sehr seltenen FĂ€llen (0,3 pro 100.000) kann es zu einer EntzĂŒndung des Herzmuskels, insbesondere bei jungen MĂ€nnern (58%), kommen. Die FĂ€lle bildeten sich alleine oder nach Schonung zurĂŒck.
In sehr seltenen FÀllen (2,0 pro 100.000) kann es zu einer Thombose/Embolie kommen, die in 0,26 pro 100.000 Impfungen tödlich verlaufen kann.
Spikevax
(Moderna)
frĂŒher: COVID-19 Vaccine Moderna mRNA-1273

mRNA / ab 12 J.
Es ist nicht bekannt, ob mRNA-1273 in die Muttermilch ĂŒbergeht. (23.01.21)
Reservierung mind. 78 Mio* Dosen.

UnerwĂŒnschte Ereignisse[25]:
In sehr seltenen FĂ€llen (0,3 pro 100.000) kann es zu einer EntzĂŒndung des Herzmuskels, insbesondere bei jungen MĂ€nnern (75%), kommen. Die FĂ€lle bildeten sich alleine oder nach Schonung zurĂŒck.
In sehr seltenen FÀllen (1,5 pro 100.000) kann es zu einer Thombose/Embolie kommen, die in 0,08 pro 100.000 Impfungen tödlich verlaufen kann.
Vaxzevria
(AstraZeneca)
frĂŒher: COVID-19 Vaccine/ AZD1222

⚠ Vektor / ab 60 J. (seit 30.03.21)
unter 60 mit Àrztlicher Beratung (21.04.21)
VorlÀufige Tierstudien weisen nicht auf direkte oder indirekte schÀdliche Auswirkungen in Bezug auf [
] postnatale Entwicklung hin. Tierversuche sind noch nicht abgeschlossen. (30.01.21)
Reservierung 56,3 Mio* Dosen.

UnerwĂŒnschte Ereignisse:
Nach einem Moratorium wegen gehĂ€uft (1,35 pro 100.000) aufgetetener Thrombose mit Thrombozytopenie (TTS) [25] wurden ab 18.03.21 Impfungen mit dem AstraZeneka Wirkstoff wieder freigegeben. Fragen dazu beantwortet das Bundesgesundheitsministerium auf einer eigenen FAQ Seite. Seit Ende MĂ€rz wird der Impfstoff von der STIKO grundsĂ€tzlich fĂŒr ĂŒber 60-JĂ€hrige empfohlen. Eine Impfung fĂŒr jĂŒngere Patienten ist nach STIKO nach einer Ă€rztlichen Beratung möglich.
⚠ Geimpfte die nach ĂŒber 4 Tagen Unwohlsein oder Hauteinblutungen haben, sollen umgehend einen Arzt kontaktieren oder 112 anrufen. ⚠
In seltenen FÀllen (8,1 pro 100.000) kann es zu einer Thombose/Embolie kommen, die in 0,41 pro 100.000 Impfungen tödlich verlaufen kann.
COVID-19 Vaccine Janssen
(Janssen/ Johnson & Johnson)
frĂŒher: Ad26.COV2.S

⚠ Vektor/ Einmalimpfung/ ab 60 J.; JĂŒngere nur mit Ă€rztlicher Beratung (seit 12.05.21)
Es sind keine Daten verfĂŒgbar, um die Auswirkungen des Janssen COVID-19-Impfstoffs auf das gestillte Kind oder auf die Milchproduktion / -ausscheidung zu bewerten (11.03.21)
Reservierung 36,7 Mio* Dosen.

UnerwĂŒnschte Ereignisse:
Der Wirkstoff von Johnson & Johnson wurde von MĂ€rz bis 13.04.21 nur in den USA eingesetzt.
⚠ Meldungen aus den USA von Blutgerinseln (0,31 pro 100.000) [25] im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung werden derzeit vom Ausschuss fĂŒr Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA geprĂŒft.[7] Die Auslieferung in Europa wurde deshalb vom Hersteller zunĂ€chst gestoppt und ab dem 20.04.21 nach Freigabe durch die EMA wieder fortgesetzt.

In sehr seltenen FÀllen (1,2 pro 100.000) kann es zu einer Thombose/Embolie kommen, die in 0,21 pro 100.000 Impfungen tödlich verlaufen kann.
Relevante Impfstoffe; Angaben ohne GewÀhr. *) Reservierungen vgl. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Impfstoff/Lieferprognosen_verschiedene_Hersteller_2021.pdf vom 22.03.21
Hersteller/ ImpfstoffIn der Erprobung/ im Zulassungsverfahren
CVnCoV (CureVac/ Bayer)
mRNA
Zulassungsverfahren gestartet/ Roling Review (12.02.21); FrĂŒhestens Ende 21. CureVac hat Ende Mai bekannt gegeben, dass es Schwierigkeiten bei der Dosierung gibt und sich der Termin der MarkteinfĂŒhrung nach hinten verschiebt. (09.06.21)[15]
Reservierung 24,5 Mio* Dosen.
NVX-CoV2373 (Novavax CZ AS)
Protein
Zulassungsverfahren gestartet/ Roling Review (03.02.21)
Sputnik V (Gam-COVID-Vac)
⚠ Vektor
Zulassungsverfahren gestartet/ Roling Review (04.03.21)
Sanofi/ GSK
Protein
FrĂŒhestens Ende 21.
Reservierung 27,5 Mio* Dosen.
IDT Biologika/ LMU MĂŒnchen
⚠ Vektor
unbekannt.
Relevante Impfstoffe; Angaben ohne GewÀhr. *) Reservierungen vgl. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Impfstoff/Lieferprognosen_verschiedene_Hersteller_2021.pdf vom 22.03.21

Wie ist die “schnelle” Impfstoffentwicklung einzuordnen?

Durch die Pandemie rĂŒckte die Thematik mRNA-Impfstoff in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Die Grundlagenforschung liegt aber bereits Jahrzehnte zurĂŒck. Seit den 1990er Jahren forschte die ungarische Biochemikerin Katalin KarikĂł und leitende Angestellte von BioNTech an der Entwicklung von Impfstoffen auf mRNA Basis. Die Medikamente sollten allerdings bei Krebs- oder Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Seit den 2010er Jahren forscht Curevac an einer Nutzung von mRNA fĂŒr Influenza Impfungen.[8] Durch die Pandemie wurde die Technik dieser Forschung auf die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs ĂŒbertragen.

GrundsĂ€tzlich dauert die Entwicklung von Impfstoffen Jahre – ebenso die Zulassungsverfahren.[9] Das Paul-Ehrlich Institut gibt die regelmĂ€ĂŸige Verfahrensdauer mit 62 Tagen (vgl. Antwort 7) an. Allerdings war in diesem Fall der gesellschaftliche und politische Druck so hoch, dass Zulassungsschritte parallel durchgefĂŒhrt wurden. Im Rahmen des eingesetzten Rolling Review Verfahrens wurden die Studienergebnisse fortlaufend an die Zulassungsbehörden ĂŒbermittelt und von diesen geprĂŒft. Dadurch konnten unnötige Verzögerungen und Wartezeiten bei der Zulassung vermieden werden. Der BioNTech Impfstoff wurde am 21.12.20 von der EU-Kommission zugelassen und die Chargenfreigabe von Paul-Ehrlich-Institut am 23.12.20 erteilt.

Bei der Betrachtung der Studienergebnisse muss auch die Zahl der Probanden mit einbezogen werden. In der Regel finden Phase-III-Studien an gesunden Menschen mit ca. 10.000 Probanden statt.[9]

Die Coronaimpfstoffe wurde mit grĂ¶ĂŸeren Probandengruppen in den Phase-III-Studien getestet:

  • Der BioNTech/Pfizer mRNA-Impfstoff wurde mit 43.500 Probanden ab 16 Jahren in weltweit 152 Studienzentren (USA, Argentinien, Brasilien, SĂŒdafrika, Deutschland, TĂŒrkei) getestet.[10]
  • Der Moderna mRNA-Impfstoff wurde an 30.420 Probanden in den USA getestet. Beide Vakzine wurden damit in großen Studien auf Wirkung und Nebenwirkungen ĂŒberprĂŒft.[11]
  • Der Astra/Zeneca Vektor-Impfstoff wurde an 17.177 Probanden in Großbritannien, Brasilien und SĂŒdafrika getestet.[12]
  • Der Janssen/Johnson & Johnson Vektor-Impfstoff wurde an 43.783 Probanden aus verschiedenen Regionen getestet.[13]

Trotz aller Sorgfalt handelt es sich um eine neue Technik und einen neuen Impfstoff. Es gibt damit keine Langzeiterfahrungen und Erfahrungen bei besonderen Personengruppen wie Kindern, Schwangeren und Stillenden.

Schwangerschaft

Aus den Erfahrungen mit geimpften schwangeren Frauen kann zwischenzeitlich festgestellt werden, dass eine Impfung mit mRNA Impfstoffen zu keiner signifikanten Erhöhung kindlicher SchĂ€digungen oder Aborten fĂŒhrte. Da Impfungen erst seit Jahreswechsel durchgefĂŒhrt werden, ist aber zu bedenken, dass sich die Erfahrungen vor allem auf das letzte Trimenon (Schwangerschaftsdrittel) stĂŒtzen. Aus diesem Grund stehen die internationalen Fachgesellschaften einer Impfung von Schwangeren im zweiten und dritten Trimenon positiv gegenĂŒber.

Den internationalen Empfehlungen haben sich auch 11 deutsche Fachgesellschaften, die im German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG) vereint sind, angeschlossen. In der Anfang Mai 2021 veröffentlichten Stellungnahme der GBCOG wird nach informierter partizipativer Entscheidungsfindung (AufklĂ€rung und Beratung der MĂŒtter) und nach Ausschluss allgemeiner Kontraindikationen (durch einen Arzt) empfohlen, schwangere Frauen priorisiert mit mRNA-basiertem Impfstoff gegen COVID-19 zu impfen.

Stillzeit und Nestschutz

Auch wenn in Pressemeldungen die Impfung von Schwangeren und Stillenden im Zusammenhang genannt wird, ist eine Übertragung der Erfahrung von schwangeren auf stillende Frauen nicht ohne weiteres möglich.

WĂ€hrend der Stillzeit ist es nach derzeitigen Erkenntnissen unwahrscheinlich, dass fĂŒr das gestillte Kind ein Risiko durch die Impfung besteht, eher ein biologisch plausibler Nutzen. Soweit bekannt ist, können damit grundsĂ€tzlich auch Schwangere und Stillende mit den derzeit verwendeten Corona mRNA-Impfstoffen von Pfizer/ BioNTech und Moderna geimpft werden, wenn eine Risikolage fĂŒr die Mutter besteht.

Aus den Erfahrungen mit bisherigen Impfungen könnte ein weiterer Effekt eine Rolle spielen. So ist bekannt, dass bei Impfungen eine passive Immunisierung (Nestschutz) des gestillten Babys möglich ist, da durch den Impfstoff stimulierte Antikörper und T-Zellen der Mutter passiv ĂŒber die Milch auf das Kind ĂŒbertragen werden.[17] Ein solcher Effekt ist bereits lange durch Studien zu Grippeimpfungen und Keuchhustenimpfungen bekannt. Dort zeigte sich, dass bis zu sechs Monate nach einer Impfung Antikörper in der Muttermilch nachgewiesen werden konnten und die damit gestillten Kinder seltener erkrankten.

In mehreren Studien zeigte sich, dass der positive Effekt des Nestschutzes aus bei der Coronaimpfung (mit mRNA Impfstoffen) gegeben ist:

DatumStudienergebnis
02.03.21
USA
6 Teil-nehmer
SARS-CoV-2 Antikörper (IgA, IgG) in der Muttermilch von mit BioNTech/Pfizer geimpften MĂŒttern. Der Effekt trat etwa ab dem siebten Tag ein. [18]
30.03.21
USA
5 TN
Zwischen 20 und 72 Tagen nach der ersten Dosis die Milchprobe in einem signifikanten Anstieg des Anti-Spike-Protein IgG enthielt. Die Spiegel an Anti-Spike-Protein-IgA konnten ab dem 14. Tag nachgewiesen werden und sanken nach der zweiten Dosis langsam ab. [19]
12.04.21
ISR
84 TN
Zwischen 14 Tagen und 6 Wochen (Studienende) signifikant erhöhte Antikörper (IgA) in der Muttermilch. Antikörper IgG stiegen langsamer an und erreichten in 5. Woche ein Plateau. Studienleiterin stillte damit auch ihren 3-jÀhrigen Sohn. [24]
27.06.21
USA
26 TN
Antikörperanstieg in der Muttermilch bereits nach 3 bis 5 Tagen nach einer ersten Impfung und einen etwas schnelleren Anstieg nach der zweiten Impfung.[20]
20.08.21
USA
22 TN
Es gibt einen statistisch signifikanten Anstieg von SARS-CoV-2-spezifischen IgA und IgG in der Muttermilch nach der COVID-19-Impfung. Diese neuen Ergebnisse deuten auf eine potenzielle Übertragung von schĂŒtzenden Antikörpern auf gestillte SĂ€uglinge nach einer mĂŒtterlichen COVID-19-Impfung hin und könnten einen vielversprechenden Einfluss auf die Impfstrategie fĂŒr stillende MĂŒtter zeigen.[26]
Studien zum “Nestschutz” mit Antikörpern nach einer SARS-CoV-2 Impfung

Der Nestschutz hÀlt mindestens 6 Wochen[24] an:

Antikörper in der Muttermilch (Perl et al.)

Neben den positiven Effekten des Nestschutzes wurden auch unerwĂŒnschte Effekte durch den direkten Übergang von Impfstoff in die Muttermilch befĂŒrchtet, auch weil eine Studie bei 4 von 18 mit dem Virus infizierten MĂŒttern virale RNA in der Muttermilch nachweisen konnten. Allerdings fanden die Forscher keinen Hinweis darauf, dass dieser RNA Nachweis auch zu einer Infektion des gestillten Babys fĂŒhren kann.[22]

Erste Studien zu mRNA Impfstoffen zeigten aber, dass kein (unerwĂŒnschter) Impfstoff in die Muttermilch ĂŒbergeht, sondern nur die gewollten Antikörper das Kind schĂŒtzen können.[16,17]

Dies zeigte auch eine Studie der UniversitÀt San Francisco, die 13 Muttermilchproben im Abstand von 4 bis 48 Stunden mittels sensitiven PCR-Test auf den zuvor verimpften mRNA Impfstoff untersuchte. Dabei wurden keine mRNA Partikel des Impfstoffs selbst in der Muttermilch nachgewiesen. [21]

Zudem lassen tierexperimentelle Studien nicht auf direkte oder indirekte schĂ€dliche Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fötale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen. Ob es in der Folge ĂŒberhaupt zu einer Wirkung beim Kind kommen kann ist fraglich. Überwiegend stellen die Fachgesellschaften allerdings fest, dass es keinen Hinweis auf mögliche SchĂ€digungen gibt.

In der Anfang Mai 2021 veröffentlichten Stellungnahme der GBCOG wird nach informierter partizipativer Entscheidungsfindung (AufklĂ€rung und Beratung der MĂŒtter) und nach Ausschluss allgemeiner Kontraindikationen (durch einen Arzt) empfohlen, auch stillende Frauen priorisiert mit mRNA-basiertem Impfstoff gegen COVID-19 zu impfen. Das bedeutet, dass insbesondere Frauen mit einem Risikoprofil von einer Impfung profitieren können.

Die Empfehlung ist aber nicht zwingend. Stillende MĂŒtter ohne ein Risikoprofil können auch weitere Studien abwarten. Familien die abwarten sollten aber ĂŒberlegen ob Kontaktpersonen, nicht stillende Lebenspartner und Großeltern, geimpft werden können. Auch sollten sie sich zum Schutz von stillender Mutter und Kind ein persönliches Vorsorgekonzept ĂŒberlegen.

Empfehlungen der Fachgesellschaften

InstitutionLand/
Empf-ehlung
Kernaussagen
StÀndige Impfkommission (Robert-Koch-Institut RKI)D
👍
Nach eingehender Beratung und Bewertung der vorhandenen Evidenz spricht sich die STIKO in einem neuen Beschlussentwurf jetzt fĂŒr die COVID-19-Impfung von bisher nicht oder unvollstĂ€ndig geimpften Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel sowie von nicht oder unvollstĂ€ndig geimpften Stillenden mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs aus. (ab 10.09.21) [27]
German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG)D
👍
In informierter partizipativer Entscheidungsfindung und nach Ausschluss allgemeiner Kontraindikationen wird empfohlen, schwangere und stillende Frauen priorisiert mit mRNA-basiertem Impfstoff gegen COVID-19 zu impfen. (Anfang Mai 21)
European Medicines Agency (EMA)EU
👍
“Obwohl es keine Studien zum Stillen gibt, wird kein Risiko fĂŒr das Stillen erwartet.
Die Entscheidung ĂŒber die Anwendung des Impfstoffs bei schwangeren Frauen sollte nach AbwĂ€gung der Vorteile und Risiken in enger Absprache mit einem medizinischen Fachpersonal getroffen werden.” (07.05.21)
Centers for Disease Control and Prevention (CDC)USA
👍
“Aufgrund der Wirkungsweise dieser Impfstoffe im Körper wird angenommen, dass COVID-19-Impfstoffe kein Risiko fĂŒr stillende Menschen oder ihre stillenden Babys darstellen.
Daher können stillende Menschen einen COVID-19-Impfstoff erhalten. JĂŒngste Berichte haben gezeigt, dass stillende Menschen, die COVID-19-mRNA-Impfstoffe erhalten haben, Antikörper in der Muttermilch haben, die zum Schutz ihrer Babys beitragen könnten. Weitere Daten sind erforderlich, um festzustellen, welchen Schutz diese Antikörper fĂŒr das Baby bieten können.” (28.04.21)
Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA)UK
👍
“Das Joint Committee on Vaccination and Immunisation (JCVI) hat empfohlen, dass die Impfstoffe wĂ€hrend des Stillens erhalten werden können. Dies steht im Einklang mit Empfehlungen der USA und der Weltgesundheitsorganisation.” (23.04.21)
Weltgesundheits-organisation (WHO)🌐
👍
Frauen, die entbunden haben und ihre Babys stillen, können den Impfstoff also einnehmen, sollten den Impfstoff einnehmen, sobald er verfĂŒgbar ist. Es besteht ĂŒberhaupt kein Risiko, da alle Impfstoffe, die derzeit verwendet werden, kein Lebendvirus enthalten. (04.06.21) [23]
Zusammenfassung der Kernaussagen ohne GewĂ€hr. Bei einer bevorstehenden Entscheidung können die aktuellen Aussagen ĂŒber die Links nachgelesen werden.

Wie Sie sehen gibt es von den Fachgesellschaften derzeit weder eine klare Impfempfehlung in der Stillzeit, noch ein Verbot. Grund dafĂŒr sind die fehlenden Langzeiterfahrungen. Die Gesellschaften haben aber keine Bedenken, wenn im Einzelfall die Situation der Mutter betrachtet und z.B. aufgrund eines Risikofaktors eine Impfung bejaht wird.

Risikofaktoren fĂŒr die Mutter

Bei diesen Erkrankungen können nach EinschĂ€tzung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Perinatale Medizin (DGPM), Deutschen Gesellschaft fĂŒr GynĂ€kologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Nationalen Stillkommission (NSK) die Vorteile einer Impfung fĂŒr die Mutter ein mögliches Risiko fĂŒr das Kind ĂŒberwiegen:

  • vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen/ HerzschwĂ€che
  • chronische Lungenerkrankun­gen (z. B. Asthma, chronische Bronchitis, COPD)
  • Au­­toimmunerkrankungen/ HIV/ Cortisonbehandlungen
  • Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus)
  • Bluthochdruck (ab 160 – 180 mmHg)
  • Fettleibigkeit (Body-Mass-Index > 30)
  • Behandlungen aufgrund von Krebserkrankungen

Fazit

Bei keinem anderen Medikament oder Impfung habe ich bisher so viele und so detaillierte Anfragen erhalten. Das ist verstÀndlich, weil das Virus SARS-CoV2, die Krankheit COVID-19 und die mRNA und Vektorimpfstoffe neu und relativ unbekannt sind. Zudem begleitet uns das Thema tÀglich.

Ob eine Corona-Impfung in der Stillzeit sinnvoll oder ratsam ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht grundsĂ€tzlich gesagt werden. Aufgrund der Problematik mit Vektorimpfstoffen wĂ€re nur noch eine Impfung mit einem mRNA Impfstoff denkbar. Allerdings sind sowohl die Erkrankung wie auch die Impfstoffe zu neu, bzw. die Studiendaten zu gering um allgemeingĂŒltige Aussagen treffen zu können. Es bleibt eine Einzellfallbetrachtung, die vom jeweiligen Risikoprofil der Mutter abhĂ€ngig ist.

Wenn eine Risikolage besteht, gibt es mit Ausnahme der allgemeinen Kontraindikationen bei der Mutter (z.B. Allergien gegen Inhaltsstoffe der Vakzine), keine grundsĂ€tzlichen Bedenken gegen eine Impfung. Schließlich mĂŒssen ja auch die Folgen einer Erkrankung und deren mögliche Langzeitfolgen mit abgewogen werden.

Bevor Sie aber aufgrund der Impfung Abstillen, oder wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, sollten Sie sich im Vorfeld genauer informieren und beraten lassen. Bei der Ermittlung des Risikoprofils und der Impfentscheidung kann Sie Ihr GynĂ€kologe, Ihr Hausarzt, Ihre Hebamme oder Ihre erfahrene (IBCLC) Stillberaterin unterstĂŒtzen.

Gerne kann ich Sie bei der Entscheidung unterstĂŒtzen oder Ihre Fragen zur Impfung im Rahmen meiner Telefonsprechstunde beantworten. Bitte reservieren Sie dazu einen Termin online. Ich rufe sie dann zurĂŒck. Mein Honorar in Höhe von 15 €/ 10 Minuten können Sie nach der Beratung bequem per Rechnung bezahlen.

Kostenlose Tipps zu vielen Fragen in der Stillzeit finden Sie in meinen FAQ oder im Stillblog.

Nachlese

Tipp

Die MerkblĂ€tter fĂŒr die Corona Impfung können Sie schon vorab und in mehreren Sprachen beim Robert-Koch-Institut abrufen und durchlesen:

In Bayern können sich Interessierte fĂŒr die Impfung beim Bayerischen Staatsministerium fĂŒr Gesundheit und Pflege unter https://impfzentren.bayern/ online registrieren.

Quellenangaben

  1. HĂŒttemann D., Was ist mit Schwangeren und Kindern? Pharmazeutische Zeitung online 08.12.20.
  2. Metzger K., COVID-19 Vaccines in Pregnant and Breastfeeding People, University of Utah Health (Health Feed Blog) 20.01.21.
  3. Deutsche Apothekerzeitung online, Biontech/Pfizer startet Studie zu Corona-Impfung fĂŒr Schwangere, 19.02.21.
  4. BBC.com, Moderna begins testing Covid-19 vaccine on babies and young children, 16.03.21.
  5. PTAheute.de, Nanopartikel in mRNA-Impfstoffen? 11.02.21.
  6. Bassett J. et al., Optimizing vaccine-induced CD8+ T-cell immunity: focus on recombinant adenovirus vectors, Expert Review of Vaccines Volume 10, 2011 – Issue 9.
  7. Deutsche Apothekerzeitung online, EMA prĂŒft COVID-19-Impfstoff von Janssen, 09.04.21.
  8. Deutsches Ärzteblatt, Erster Grippe-Impfstoff aus Boten-RNA bewĂ€hrt sich im Tierversuch, 26.11.12.
  9. Wiedermann U. et al., Entwicklung von Impfstoffen, ÖÄZ 23/24, 15. Dezember 2017 S. 30 ff.
  10. Geissel W., Phase-III-Studie zu Corona-Vakzine BNT162b2 jetzt publiziert, Aerztezeitung.de 10.12.20
  11. Baden L. et al., Efficacy and Safety of the mRNA-1273 SARS-CoV-2 Vaccine, N Engl J Med 2021; 384:403-416.
  12. Pressemitteilung AstraZeneca.com, COVID-19 Vaccine AstraZeneca confirms 100% protection against severe disease, hospitalisation and death in the primary analysis of Phase III trials, 03.02.21.
  13. Deutsche Apothekerzeitung online, Janssen: Antrag auf EMA-Zulassung in den kommenden Wochen, 05.02.21
  14. Deutsches Ärzteblatt, Studie: Coronaimpfstoff von Moderna schĂŒtzt Teenager offenbar vor COVID-19, 25.05.21
  15. NTV online, Vakzin-TrÀume verlaufen im Sand Wo bleibt der Curevac-Impfstoff?, 09.06.21
  16. Golan et al., COVID-19 mRNA vaccine is not detected in human milk, 08.03.21
  17. Shannon-Halle, nature.com, COVID vaccines and breastfeeding: what the data say, 23.06.21
  18. Baird et al., SARS-CoV-2 antibodies detected in human breast milk post-vaccination, 02.03.21
  19. Kelly et al., Anti–severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 antibodies induced in breast milk after Pfizer-BioNTech/BNT162b2 vaccination, 30.03.21
  20. Juncker et al., The Levels of SARS-CoV-2 Specific Antibodies in Human Milk Following Vaccination, 27.06.21
  21. Golan et al., Evaluation of Messenger RNA From COVID-19 BTN162b2 and mRNA-1273 Vaccines in Human Milk. 06.07.21
  22. Chambers et al., Evaluation for SARS-CoV-2 in Breast Milk From 18 Infected Women, 19.08.20
  23. Smith, WHO Podcast, Episode #41 – Vaccines, pregnancy, menstruation, lactation and fertility, 04.06.21
  24. Perl et al., SARS-CoV-2–Specific Antibodies in Breast Milk After COVID-19 Vaccination of Breastfeeding Women, 12.04.21; Israeli study boosts belief vaccinated mothers protect babies through their milk, 21.04.21
  25. Paul-Ehrlich-Institut, Sicherheitsbericht – VerdachtsfĂ€lle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum Schutz vor COVID-19 seit Beginn der Impfkampagne am 27.12.2020 bis zum 30.06.2021, 15.07.21
  26. Valcarce et al., Detection of SARS-CoV-2-Specific IgA in the Human Milk of COVID-19 Vaccinated Lactating Health Care Workers, 20.08.21
  27. StĂ€ndige Impfkommission (STIKO), Pressemitteilung der STIKO zur Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung fĂŒr Schwangere und Stillende, 10.9.21

35 Comments

    1. Hallo Jana,
      hier ein Link zum Nachlesen. Es ist im Moment sehr schwierig eine Empfehlung auszusprechen, da es noch nicht so sehr viele Zahlen dazu gibt. Wenn eine Stillende ein sehr hohes SicherheitsbedĂŒrfnis hat, kann eine individuelle Festlegung eines still-freien Zeitraums von 1 bis 3 Tagen nach der Impfung in ErwĂ€gung gezogen werden. Internationale Empfehlungen sehen hier jedoch keine Notwendigkeit fĂŒr die Verzögerung eines Stillbeginns, einer Stillunterbrechung oder des Abstillens.
      Hier noch einige Links:

      Ich hoffe, das Hilft Ihnen weiter.
      Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
      Ingrid Kloster

      1. Liebe Frau Kloster,
        wow, vielen Dank fĂŒr den ausfĂŒhrlichen Bericht. Wissen Sie, ob man sich irgendwo melden kann, wenn man trotz Impfung weiter stillt und keine Probleme aufgetreten sind? Nach Ihren tollen Kursen vor vielen Jahren bin ich gerade erst ĂŒber Ihre tolle Webseite gestolpert. đŸ€—đŸ‘đŸ‘

          1. Hallihallo.
            Mit Interesse verfolge ich diese BeitrÀge!

            Ich habe mich impfen lassen, trotz des Stillens (1. Impfung 5. Monat/2. Impfung 8. Monat). Bei beiden Impfungen hat mein Kind nach 6-8 Stunden mit Fieber, Abgeschlagenheit, Weinerlichkeit reagiert. Nach mindestens 12 Stunden kamen Bauchschmerzen und grĂŒner Stuhlgang hinzu. Das Fieber war dann bereits weg. Der Stuhlgang hielt einige Tage an.
            Die BefĂŒrchtung, dass die Milchbildung gestört wĂŒrde, trat nicht ein! (Ich stille immer noch voll, mit Ausnahme von etwas Obstknabberei).
            Da es zeitlich bei beiden Impfungen ĂŒbereinstimmt und keine weiteren Infekte da waren, steht es sicherlich im Zusammenhang mit der Impfung. Die KinderĂ€rztin geht auch davon aus.

            Ich habe dennoch ein gutes GefĂŒhl dabei. Dank der Reaktion meines Kindes, weiß ich, dass das Immunsystem auf Hochtouren arbeitet. So soll es sein.

            Mittlerweile gibt es sogar eine kleine Studie, die stillende Frauen/Muttermilch untersucht hat. Das Ergebnis zeigt, dass keinerlei mRNA in der Muttermilch nachweisbar ist. Eine Impfung des SĂ€uglings durch Muttermilch erfolgt schlussfolgernd nicht. Lediglich die positive Immunantwort (also die Antikörper) gehen in die Muttermilch ĂŒber. Das ist ja sogar so gewollt und trĂ€gt zum Nestschutz bei :-)! Studie suche ich bei Bedarf raus. Habe ich gestern gerade von meinem GynĂ€kologen erhalten.

            FĂŒr mich ist es sehr gut, dass mein Kopfkino nun aufhört. Eine mögliche COVID-19 Erkrankung und die Sorge, 3 Kinder nicht versorgen zu können, zerriss mir eine Weile mein Mutterherz. Nun bin ich beruhigt :-)!

          2. Hallo Nadine, vielen Dank fĂŒr diesen ausfĂŒhrlichen und interessanten Kommentar. Es wĂ€re sicher sehr wichtig, diese Auswirkungen beim Kind dem Paul-Ehrlich-Institut mitzuteilen. Bisher habe ich kaum von AuffĂ€lligkeiten bei den Kindern erfahren. Ich kann sehr gut ihr Kopfkino verstehen. Es ist sicher nun sehr beruhigend fĂŒr Sie, dass die Impfung erfolgt ist. Ich wĂŒnsche Ihnen alles Gute! Mit freundlichem Gruß Ingrid Kloster

            https://www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit/pharmakovigilanz/meldeformulare-online-meldung/nebenwirkungsmeldung-verbraucher-inhalt.html

  1. Liebe Ingrid,
    vielen Dank fĂŒr diese sehr hilfreiche Zusammenfassung. Ich hĂ€tte nun einen
    Impftermin mit dem Biontec Impfstoff. Allerdings stille ich meine kleine Maus noch. Sie ist allerdings schon 24 Monate alt. MĂŒsste bei der Empfehlung fĂŒr Stillende nicht noch ein Unterschied gemacht werden zwischen Neugeborenen und Ă€lteren gestillten Kindern?

    1. Hallo Sandra,
      das ist absolut richtig.Ein zweijĂ€hriges Kind stillt meist nur noch geringe Mengen und ernĂ€hrt sich zu einem Großteil von Beikost.In diesem Alter ist das Stillen hĂ€ufig nur noch als Beruhigungs-oder Einschlafstrategie zu sehen, der ErnĂ€hrungsaspekt tritt dann hĂ€ufig in den Hintergrund.Ich denke auch, je Ă€lter das Kind ist, umso geringer wĂ€re das Risiko, sollte eines bestehen.
      Herzliche GrĂŒĂŸe Ingrid Kloster

    2. Hat Dir Dein Hausarzt oder FrauenĂ€rztin eine Empfehlung ausgesprochen? Ich wĂŒrde mich ja gerne impfen lassen und hĂ€tte grundsĂ€tzlich auch die Möglichkeit. Allerdings ist mein Hausarzt sehr vorsichtig und stellt mir die zur Impfung zwingend notwendige Bescheinigung nicht aus 🙁

  2. Vielen lieben Dank fĂŒr die sehr ausfĂŒhrliche Zusammenfassung des aktuellen Sachstands hierzu!

    Leider ist es wohl nicht ausreichend, sich durch einen Facharzt beraten/aufklĂ€ren zu lassen (wie bspw. bei Astrazeneca fĂŒr unter 60J.). Eine Empfehlung des Facharztes scheint zumindest hier zwingende Voraussetzung, um ĂŒberhaupt einen Impftermin zu erhalten 🙁 Oder habe ich irgendetwas ĂŒbersehen? Ratlose GrĂŒĂŸe…

  3. Liebe Stillberater es wĂ€re schön wenn sich wenigstens unsere Kontaktpersonen wie bei den Schwangeren auch bevorzugt Impfen lassen könnten. Vielleicht könnt ihr das Mal anstoßen. Den ich empfinde es im höchsten Maße diskriminierend und möchte nicht noch zusĂ€tzlich zu einer isolierten Schwangerschaft die ganze Elternzeit in Einsamkeit verbringen. Das macht etwas mit einem.
    Gruß Maria

    1. Du hast völlig Recht. Die Isolation nervt einfach nur. Nachdem die Impfprio im Juni wegfĂ€llt wird’s bald bessser 😅

  4. Hallo, 😊
    ich bin stillende Mutter einer 18 Monate alten Tochter, wĂŒrde mich gern gegen Covid 19 impfen lassen und habe die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr GynĂ€kologie und Geburtshilfe e. V. hinsichtlich einer Covid 19 Impfung gelesen. Dort werden die Lipidnanopartikel, die Teil eines mRNA Impfstoffes sind, nicht erwĂ€hnt. Nun bin ich mir unsicher, inwiefern diese in die Muttermilch ĂŒbergehen bzw. schĂ€digend fĂŒr mein Kind sind. Ich finde leider keine verlĂ€sslichen Quellen und wende mich daher an dich in der Hoffnung, dass du mir in dieser schwierigen Zeit durch weitere Informationen helfen kannst.
    Liebe GrĂŒĂŸe Christina

    1. Liebe Christina,
      ich verstehe die Sorgen und Nöte.

      Es gibt eine Pressemitteilung von DGGG und BVF vereint im GBCOG:

      Berlin, 4. Mai 2021 – In einem Update sprechen sich elf medizinische FachverbĂ€nde, darunter der Berufsverband der FrauenĂ€rzte e. V. (BVF), die Deutsche Gesellschaft fĂŒr GynĂ€kologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG), die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Perinatale Medizin e. V. (DGPM), die Deutsche Gesellschaft fĂŒr PrĂ€natal- und Geburtsmedizin e. V. (DGPGM) und die AG Geburtshilfe und PrĂ€natalmedizin in der DGGG e. V. (AGG) fĂŒr eine priorisierte COVID-19-Schutzimpfung fĂŒr schwangere und stillende Frauen mit einem mRNA-basiertem Impfstoff aus. Als Grundlage fĂŒr die Empfehlung haben die Autoren die verfĂŒgbare wissenschaftliche Literatur ausgewertet.
      Vielleicht hilft Dir der Link:
      https://www.babyfreundlich.org/fachkraefte.html

      Herzliche GrĂŒĂŸe Ingrid Kloster

      1. Vielen vielen Dank. Das habe ich auch schon gefunden. 😊
        Du schreibst ja oben von den Lipidnanopartikeln. Dazu finde ich in Bezug auf Kinder nirgendwo etwas, außer auf deiner Seite. Gibt es denn irgendwo Studien?

  5. Hallo zusammen 😊
    Ich habe am Sonntag meine 1. Covid-Impfung (mehrere Riskiofaktoren) mit Moderna erhalten. Ich stille unsere 3,5 Monate alte Tochter voll. Jetzt hab ich bisher noch nicht rausgefunden, ob sie durch die 1. Impfung bereits einen gewissen Schutz bekommt oder nicht. Unsere Große geht eigentlich in die Krippe (aktuell nicht, da Notbetreuung angesagt ist), aber wenn die Kleine dann keinen Schutz hat wĂŒrde ich sie solange daheim lassen bis ich die 14 Tage nach der 2. Impfung rum habe und sie dann reinpacken.

    Vielen Dank fĂŒr die Antwort und einen schönen Feiertag!

  6. Hallo Ingrid, vielen Dank fĂŒr die Information! Ich habe mich vor 2 Tagen mit Biontech impfen lassen. Ich stille noch, mein Sohn ist fast 2,5 Jahre. NatĂŒrlich hatte ich bedenken, allerdings eher generell wegen der wenigen Langzeitstudien. Da es kein Lebendwirkstoff ist habe ich mich dafĂŒr entschieden! Liebe GrĂŒĂŸe Anke

    1. Hallo Anke,
      NatĂŒrlich gibt es keine Studien zu Langzeitfolgen. Allerdings ist es auch bei bisher bekannten Impfstoffen (und Medikamenten) schwierig (bis unmöglich) Beschwerden und Erkrankungen, die nach Monaten oder gar Jahren auftreten, kausal zu einer bestimmten Impfung zuzurechnen.
      Liebe GrĂŒĂŸe Ingrid Kloster

  7. Danke fĂŒr diesen umfangreichen Beitrag.
    Ich habe mich bereits impfen lassen, da ich auf Grund meiner beruflichen TĂ€tigkeit ein fĂŒnffach erhöhtes Infektionsrisiko habe.
    Es war leider gar nicht so einfach einen Termin zu bekommen. Bei der ersten Impfrunde meiner Gruppe JĂ€n/Feb 21 war ich schwanger und die Vakzine noch nicht fĂŒr Schwangere zugelassen. Anfang Mai dann die ersehnte Zulassung und dann trotz Priorisierungsgruppe 2 (Medizin) keine Gruppentermine – diese wurden dann erst Anfang Juli wieder vergeben. Netterweise durch extremen Zufall durch Arzt in Impfbox bin ich jetzt mit 1. Juli vollimmunisiert.
    Was mich aber besonders verwundert, ist dass ich bei keinem der Fragebögen angeben musste/konnte, dass ich stille. Ich wurde auch in keinster Weise irgendwie beraten.
    Lg aus Wien

  8. Danke fĂŒr die tolle, informative Seite! Ich stille meine 15 Monate alte Tochter noch und bin bereits einmal mit Pfizer geimpft, schaue aber immer mal wieder rein was es Neues gibt (da der Beitrag ja netterweise immer aktualisiert wird), da neben dem positiven GefĂŒhl, meiner Tochter wahrscheinlich Antikörper mitzugeben, doch auch irgendwie ein bisschen ein mulmiges GefĂŒhl dabei ist. NĂ€chste Woche habe ich den zweiten Termin, vielleicht gibt es bis dahin schon wieder neue Erkenntnisse.
    Laut meinem Hausarzt (von dem ich geimpft wurde) besteht ĂŒberhaupt kein Grund, in der Stillzeit die Impfung nicht zu erhalten. Auch von der KinderĂ€rztin und dem Frauenarzt wurde mir die Impfung auf Nachfrage empfohlen, alle haben sich dabei auf die Empfehlungen in Österreich berufen. Und tatsĂ€chlich ist es so gewesen, dass im Fragebogen zwar nach einer Schwangerschaft gefragt wurde, nicht aber danach, ob man noch stillt (Österreich).
    Danke jedenfalls nochmal fĂŒr Ihre MĂŒhe und die tollen Infos, die einem als Stillende doch ein sehr beruhigendes GefĂŒhl geben. LG lisa

  9. Mir fehlen sichere Daten zum Stillen und leider fĂŒhle ich mich von Politik und Gesellschaft zunehmend unter Druck gesetzt mich trotzdem impfen zu lassen. Ich erwĂ€ge daher ein frĂŒheres Abstillen.
    Ich danke Ihnen sehr fĂŒr Ihren Versuch, Frauen ausgewogen zu beraten – soweit das im Moment eben möglich ist.

  10. Hallo Frau Kloster! Herzlichen Dank fĂŒr ihre MĂŒhen! Auch wir in Österreich schĂ€tzen ihre Informationen in der schwierigen Zeit.
    Sie schreiben, dass sicherheitsbedĂŒrftige eine Stillpause in ErwĂ€gung ziehen können von 1-3T. Wissen die von irgendwelchen Daten, wie lange der Impfstoff im Körper ist? Ich habe von 50h bis 7Tage gelesen

    Sg,
    Verena

  11. Liebe Ingrid, ich schĂ€tze deine Arbeit sehr, muss aber doch kritisch anmerken, dass es gerade bei den in der Vergangenheit erprobten Vektorimpfstoffen in der Langzeitbetrachtung erhebliche gesundheitliche Probleme gab (HIV und Dengue-Fieber). Insofern ist zwar aus aktuellen Beobachtungen zu schliessen, welche Nebenwirkungen der Einsatz der neuartigen Impfstoffe kurzfristig hat, aber gerade vor diesem Hintergrund wĂŒrde ich ganz genau eruieren, welches persönliches gesundheitliches Risiko tatsĂ€chlich dahintersteckt, wenn eine Infektion auftritt. Zumal es in Indien und vielen afrikanischen LĂ€ndern bereits gut erprobte Studien mit der Behandlung von Ivermectin gibt, welches hervorragende Ergebnisse zeigt. Leider aber in der USA und Europa nicht zugelassen wird…

    1. Liebe Daniela, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mir diesen ausfĂŒhrlichen Kommentar zu schreiben. Auch ich bin der Ansicht, dass es wichtig ist, dass jede Mutter sich vor der Impfung zu ihrer individuellen Situation von Ihrem Arzt beraten lassen soll. Da ich als Still-und Laktationsberaterin IBCLC evidenzbasiert arbeite, habe ich den Einsatz von Ivermectin zur Behandlung oder Vorbeugung einer COVID-19 Infektion noch nicht berĂŒcksichtigt, da laut Cochrane die vorhandene Evidenz begrenzt ist und die Bewertung von Ivermectin in 31 laufenden Studien noch nicht abgeschlossen ist. Sobald Ergebnisse verfĂŒgbar sind, werde ich meinen Artikel aktualisieren. Beste GrĂŒĂŸe Ingrid Kloster
      Cochrane Database of Systematic Reviews

    2. Ivermectin ist ein gut fettlösliches Neurotoxin, das gegen Parasiten eingesetzt wird. Die Erfahrungen in der Stillzeit sind gering und noch weniger untersucht wie die aktuellen Impfstoffe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass MĂŒtter in der Stillzeit ein solches Medikament nehmen wollten. Mir scheinen nur 2 Wege sinnvoll zu sein: abwarten und schĂŒtzen oder mit mRNA impfen.

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